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Letzte Aktualisierung am 22.11.2020, 18:27



© Mirko Feldner 2020



Luftmunitionsanstalt



1935 wählte die Luftwaffe der deutschen Wehrmacht ein 368 ha großes Waldgelände in der Liebenwerdaer Heide nördlich von Hohenleipisch für den Bau einer Munitionsanstalt (kurz Muna) aus. Mit dem Bau der verkehrstechnisch in idealer Lage an Eisenbahn und Straße angebundenen Anlage wurde 1936 begonnen. Die Wohn- und Verwaltungsgebäude der Muna boten den Anschein einer idyllischen Waldsiedlung in der Liebenwerdaer Heide. In ihrem Hinterland erstreckten sich umfangreiche Militäranlagen, wie unter anderem etwa einhundert oberirdisch angelegte Bunker zur Lagerung der in der Muna fertiggestellten Munition. Außerdem gab es Schießstände, Tanks und Unterkünfte.

Durch die Muna wurden unter anderem die militärischen Flugplätze der Umgebung in Finsterwalde, Großenhain und Alt-Lönnewitz mit Munition und Bombennachschub versorgt. Erster Kommandant der Muna war Major Gustav Bühler. Die Tarnung der Muna war so perfekt, dass sie von der Luft her durch das in sich geschlossene natürlich erhalten gebliebene Kronendach des sie umgebenden Waldes nicht gefunden werden konnte, und so blieben feindliche Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg meist wirkungslos und trafen andere Gebiete, welche als Standort vermutet wurden.

Nach dem Krieg wurden die Anlagen von der Sowjetarmee bis zur politischen Wende in der DDR vor allem zur Einlagerung von Munition genutzt. Es wurden weitere Hallen und Gebäude zur militärischen Nutzung errichtet. Außerdem soll es auf dem Gelände Unterkünfte für bis zu 6000 Soldaten gegeben haben. Nach dem Abzug galt die Muna als eine der saubersten von den sowjetischen Truppen verlassenen Stützpunkte der neuen Bundesländer. Anschließend wurde ein Teil der Gebäude als Asylantenheim genutzt.

Das Gelände der Muna stellt heute ein noch typisches kleines Auerwild-Biotop dar. Für eine erfolgreiche Wiederansiedlung von Auerwild, das in der die Muna umgebenden Liebenwerdaer Heide bis in die 1980er Jahre nachgewiesen werden kann, ist diese Fläche jedoch zu klein und sie müsste mit anderen geeigneten Waldflächen der Umgebung vernetzt werden. Die militärischen Altlasten im Gebiet sind immer noch sehr hoch und einige Flächen weiterhin gesperrt. Seit 2004 sind 169 Hektar als Naturschutzgebiet „Hohenleipisch“ unter Schutz gestellt.
(Quelle: wikipedia.de)